Nach den ersten Frostnächten im Oktober meldet sich der Winter mittlerweile immer öfter im Garten zu Wort. Zurzeit trägt er ein weiß-graues Matsch-kalt mit schönen Flocken, riecht nach frischer Luft und verschleimt tagtäglich unsere Trampelpfade.

Das Gemeinschaftshaus

Unsere Garteneinrichtung und die Gestaltung unseres Gemeinschaftshauses gehen mit dem Jahreszeitlichen Klima einher. So rückte im Frühjahr die Küchenhexe aus der Mitte des Raumes immer mehr an den Rand. Der Trinkwasserbehälter wanderte nach Draußen und ordnete sich zusammen mit einer Spüle und einem kleinen ‘Bad’schrank an.
Mittlerweile hat der Winter den vollen Einfluss auf den jahreszeitlichen Gestaltungszyklus genommen. So verrücken und stapeln sich die Regale im Haus neu damit die Spüle wieder Platz im warmen findet. Auch konnten so die (ein bisschen) blubbernden Apfelsaft-Bottiche ihren Platz im (ab und zu) beheizten Raum finden (siehe Bilder).

Für das Frühjahr wünschen wir uns eine rundum Renovierung. Darunter fällt u.a. die Raumaufteilung, neue Dämmung, Mehrfachverglasung, neuer Fußboden, vielleicht ein effizienter Rocket Mass Heater usw… Dafür wird wahrscheinlich eine Workshop Reihe veranstaltet. Wer schon jetzt Ideen einbringen will, sei es zur Renovierung selbst oder zur Gestaltung der Workshopreihe, ist sehr gerne willkommen.
Weitere Ideen zu Workshops wie Gewächshäuser, 12V Stromversorgung, Jurten, Baumhäuser, Solarkocher und -Trockenschränke usw. sind auch gerne willkommen. Wer sich kreativ im garten austoben möchte (gewiss auch spontan farbig und bunt) soll das gerne ungehindert tun.

Bauwagenbau

Neben dem gemeinschaftlichen Haus werden zurzeit auch zwei Bauwägen fit gemacht. Bei einem wird eine Wand ausgebessert und der komplette Wagen mit Draht versucht mäusedicht zu halten. Außerdem bekommt er einen neuen Boden.

Ein weiterer steht noch bei Freunden auf dem Hof und wird dort ausgebaut. Zwei große Fenster für die Südseite (siehe Bild links), ein kleines für die Nordseite, Teilerneuerung der Verstrebungen und eine komplett Neudämmung aus geschenkten Überfluss-Holzdämmwollmatten.
Jetzt fehlt nur noch eine neue Außenverschalung aus Holz für die Nordseite (siehe Bild rechts)
(ca. 210x500cm … bitte bitte bitte melden, wenn irgendwer was abzugeben hat. Egal ob Nut und Feder oder einfache Bretter. Ob alter Dielenfußboden oder ähnliches. Hauptsache er wird diesen Winter erst mal dicht).

 

Komposttoilette

Auch unsere Dauerbaustelle ‚Komposttoilette’ wächst stetig weiter. (Über den Wert ihrer Funktion im Kreislauf, über das Einsparen kostbaren Trinkwassers und der Rückführung und Verwertung von Nährstoffen, erzählen wir euch ein anderes Mal).
Im Frühling schoss der Clivus Multrum Nachbau aus Wohlstandsmüll mehrere Meter in die Höhe und breitet sich jetzt in die Waagerechte aus. Eine Umdachung entsteht als Nässeschutz für die, auf recycelten Waschbeton gelagerten, unteren Balken (siehe Bild). Diese dient zusätzlich als Unterstand für Holz oder ähnliches.
Auf der Westseite, der Wetterseite, steigt die Umdachung in die Höhe und schließt einen ca. 2m hohen Vorsprung ein, der mit dem Fachwerk des Toilettenhäuschens verbunden ist. Auf diesem Vorsprung wird eine kleine Regentonne ihren Platz finden. Diese wird unter anderem das Waschbecken der Toilette mit dem auf dem Dach gesammeltem Wasser speisen. Zurzeit läuft diese Wasserversorgung noch über einen handlichen zehn Liter Eimer. Dieser ist zwar leicht, aber bietet natürlich wenig Kapazität und einen geringen Wasserdruck.
Im Innern des Klohäuschens tut sich auch etwas. So ist z.B. die Klobrille endlich zugesägt (siehe Bild).

Strom

Etwas wirklich neues, das bisher noch keinen Weg in den Garten gefunden hatte, ist Strom. Noch besteht er nur aus Ideen und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis diese umgesetzt sind.
Solarzellen wären aus vielen Gründen zu bevorzugen. Allerdings ist der erwartete Stromverbrauch (Hauptnutzung ist Licht) in den dunklen Wintermonaten viel höher, hingegen die solare Einstrahlung viel geringer. Ausschlaggebend keine PV-Anlage zu errichten sind allerdings die Materialien, die nach der Nutzung ein aufwendiges Recycling benötigen würden.
Der Hauptantrieb für die Errichtung einer Stromversorgung ist allerdings der Spaß und das Interesse am Tüfteln, weniger der Nutzen selbst. (stellt euch mal die Frage wofür ihr Strom verwendet und ob es nicht ohne ginge. Stellt euch die Frage immer wieder und wieder. Macht den Fernseher aus. Stellt den Kühlschrank im Winter nach draußen, zieht dabei der Weihnachtsbeleuchtung endlich den Stecker…so viel Nutzen bleibt gar nicht übrig).
Unser Augenmerk liegt auf der Windkraft. Denn der Wind bläst ganzjährig und zum Aufbau einer kleinen Anlage kann der unterschiedlichste Schrott verwendet werden. Gerade tüfteln wir an einem kleinen Vertikalen langsamläufer Windrad mit c-Rotor Profil (siehe Bild). Die Vertikale Bauart bietet zwar einige Nachteile ist aber einfacher zu konstruieren, muss nicht dem Wind nachgeführt werden, ist nicht so anfällig, einfacher in der Sturmsicherung… Der Vorteil des C-Rotors ist das leichte Anlaufen und die bessere Ausbeute bei geringen Windgeschwindigkeiten. Je nach dem Stand des weiteren Tüftelns und unserer Motivation es zu verschriftlichen, werden wir euch weiter und tiefer gehender informieren.
Unser derzeitiges Modell besteht übrigens aus Hartplastikschildern die keine Verwendung mehr fanden. Anstatt sie der Entsorgung zuzuführen wurden sie uns geschenkt. Sie tragen die Aufschrift ‚Wir arbeiten ohne Gentechnik!’. Also ein bestes Ökomantra, wenn es mal als Windbetriebene Gebetsmühle die Alternativen in die Winde weht.
Aus den Schildern wurde außerdem ein Solartrockenschrank gefertigt, der allerdings nicht auf einer Projektfläche errichtet wurde. Auch das Dach der Toilette ist aus ihnen gedeckt. Vielseitig dieser ‚Müll’ :)

PS: Selbstverständlich stammen die Verbauten Materialien wie immer entweder aus ‚Abfällen’ oder aus dem Garten.

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